Vor ein paar Tagen habe ich mich ein wenig unter den Ästhetik-Accounts bei Instagram umgesehen, denn dieses Feld der Fotokunst reizt mich sehr. Ich habe dort ein paar schöne und kreative Profile gefunden. Darunter auch das der Hamburger Influencerin und Mode-Unternehmerin Aylin König. Was mir neben den liebevoll kuratierten Inhalten die das Alltagsleben der Kreatorin und ihrer Familie abbilden, besonders auffiel war die Tatsache, dass sie mittlerweile gar nicht mehr ausschließlich in Hamburg lebt, sondern mitsamt Ehemann und Kindern nach Mallorca gezogen ist. Auf ihrem Instagram-Profil lässt sie ihre Follower am Bau ihres neuen Hauses auf der Insel teilhaben. Natürlich muss man dazu sagen, dass es sich dabei nicht um irgendeine kleine Bude am Strand handelt, sondern um ein großzügiges Anwesen inmitten der mediterranen Natur, und ich bin sicher, dass die Familie dort gut leben wird. Wobei wir eigentlich schon beim Thema wären: Auswandern um anderswo gut ( oder besser ) leben zu können. Denn darum geht es den meisten Menschen doch wenn sie ihrer Heimat den Rücken kehren.

Auswandern ist ein Gedanke mit dem sich derzeit viele Deutsche tragen, und doch können ihn nur wenige erfolgreich realisieren. Mit alles zusammenpacken und einfach so weggehen ist es nicht getan. Zunächst einmal ist es ganz interessant mal zu beleuchten warum so viele Menschen einfach nur noch weg wollen. Es ist nämlich nicht so einfach seine Heimat von jetzt auf gleich und möglicherweise für immer zu verlassen. Verfolgt man die wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen in Deutschland, und betrachtet vor allem die gesamtgesellschaftlichen Zustände mit offenen Augen, dann leuchtet es dem einen oder anderen durchaus ein, dass so viele Menschen dieses Land verlassen wollen. Auswandern war in den 50er Jahren auch in meiner Familie ein Thema. Ein Cousin von mir verließ zu dieser Zeit mit seiner Familie Deutschland um nach Australien zu gehen. Und wie vielleicht einige von euch bereits wissen, stamme ich auch von ehemals Auswanderern ab. Die mütterliche Seite meiner Familie hat ihre Wurzeln in Marseille im Süden Frankreichs.

Dass zahlreiche Firmen, darunter viele Traditionsunternehmen, ihren Standort in Länder verlegen in denen es ihnen möglich gemacht wird, kostengünstiger und ohne aufwendige und problematische Regularien und Verordnungen, zu produzieren weiß man. Doch auch für Privatleute ist das Leben in Deutschland zunehmend mit immer höheren Lebenshaltungskosten, sinkenden Löhnen, einer stetig steigenden Kriminalitätsrate und dem Verlust der Sicherheit im öffentlichen Raum verbunden. All dies sind durchaus gute Gründe um einen Ortswechsel zu rechtfertigen. In den Sozialen Netzwerken sind Informationen zum Thema Auswandern extrem nachgefragt und das Interesse daran ist wesentlich größer als noch vor zehn Jahren. Ich habe kürzlich einmal im Netz recherchiert was die Gründe für eine Auswanderung sind. Ich war nicht einmal besonders überrascht als ich ich hörte, dass viele es in Deutschland einfach nicht mehr aushalten. Das klingt zwar im ersten Moment stark übertrieben, aber wenn man sich die oben genannten Probleme vergegenwärtigt, dann versteht man die Menschen ein Stück weit.

Wenn man diese vor Begeisterung und Enthusiasmus strotzenden Auswandererberichte liest, dann bekommt man unwillkürlich das Gefühl, dass diese Leute das ultimativ Richtige tun. Auch wenn viele Internetberichte dieser Art wohl stark beschönigt sein dürften, einen gewissen Werbeeffekt haben sie allemal. Die politische Entwicklung in Deutschland hat ein besorgniserregendes Level erreicht, und die meisten von uns brauchen nur vor die Tür zu gehen um zu erkennen warum dies so ist. Beim Einkauf sind exorbitant hohe Preise der "Abschrecker" schlechthin für die Shoppingbegeisterten, das Gesundheitssystem steht bereits mit einem Bein am Abgrund, denn für gesetzlich Versicherte ist es fast unmöglich geworden einen Termin bei einem Facharzt zu bekommen, und selbst Privatversicherte warten oftmals mehrere Monate, während die Beiträge für die Krankenkassen ständig steigen, ohne das die Mitglieder einen angemessen guten Service dafür erwarten können. Deutschlands Problemthema Nummer eins ist zweifellos die ungezügelte Migration. Niemand hätte etwas dagegen wenn wir wirklich gut ausgebildete und integrationswillige Zuwanderer bekämen. Stattdessen kommen in weitaus höherem Maße ungebildete, häufig sogar kriminelle und integrationsunwillige Menschen nach Deutschland.
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Alles in allem eine ungesunde Mischung die sich in unserem Land zusammenbraut, und wer die Möglichkeit hat diesem Irrsinn den Rücken zu kehren, der wagt diesen Schritt. Welche Länder sind denn gerade besonders gefragt bei Auswanderern? Die "klassischen" Auswanderungsziele wie USA, Kanada und Australien scheinen heute bei vielen nicht mehr besonders gefragt zu sein. Stattdessen zieht es viele Deutsche vor allem in europäische Nachbarländer wie z.B. Spanien ( hier vor allem die Baleareninsel Mallorca ), das ländliche Italien und Frankreich sind gleichfalls beliebt. Aber auch die skandinavischen Länder Dänemark, Schweden und Norwegen sind bevorzugte Ziele. Hier ist das Leben allerdings schon etwas teurer wenn es um Konsumgüter und Wohnraum geht. Dänemark hat ein starkes soziales Sicherungssystem, was von Vorteil ist. Einen vorderen Platz nehmen aber auch einige Staaten Osteuropas ein. Vor allem Ungarn, Polen und Bulgarien werden von vielen Auswanderern ins Auge gefasst. Hier sind die Lebenshaltungskosten oft deutlich günstiger als in Westeuropa. Wer nicht ganz so aufs liebe Geld achten muss, der zieht häufig auch die Schweiz in Betracht. Hier gehören die Lebenshaltungskosten zu den höchsten in Europa. Kein Wunder also, dass es vor allem Menschen mit gehobenem Einkommen oder einem ausreichend gepolsterten Bankkonto dorthin zieht.

Das Schlagwort vom Fachkräftemangel wird man in den kommenden Jahren noch sehr viel häufiger zu hören bekommen. Denn vor allem gut ausgebildete und qualifizierte Menschen verlassen Deutschland und gehen in Länder in denen ihre Qualifikation wertgeschätzt und entsprechend honoriert wird. Niemand nimmt gerne die Mühen und den Aufwand einer guten Ausbildung auf sich, nur um dann im Arbeitsverhältnis stehend feststellen zu müssen, dass der und dass ein großer Teil des Einkommens für Steuern, überteuerte Mieten, ständig steigende Kosten für Krankenkasse und Rentenversicherung, und nicht zuletzt für enorme Lebensmittelpreise draufgeht. So mancher schwankt in diesen Zeiten zwischen dem Wunschtraum irgendwo außerhalb Deutschlands ein besseres Leben zu führen, und der leider oft bitteren Realität wenn man es sich schlichtweg nicht leisten kann.

Ist es überhaupt wirklich sinnvoll Deutschland zu verlassen, oder ist es einfach nur ein Fluchtgedanke. Ich glaube, das ist eine Frage die nicht leicht zu beantworten ist. Denke aber, dass es für Menschen die genug Entschlossenheit, berufliche Qualifikationen und/oder ein ausreichendes Finanzpolster mitbringen durchaus Sinn machen kann im Ausland neu anzufangen. Aber ein Neuanfang ist auch unter günstigen Umständen nicht so einfach wie viele glauben. Es ist nicht so einfach, seine vertraute Umgebung, den Freundeskreis, und vielfach auch Familienangehörige zurückzulassen. Man muss komplett neu starten, quasi einen Reset of Life durchführen. Was bei einem technischen Gerät lediglich einen Knopfdruck erfordert, verlangt von uns selbst ein grundlegendes Umdenken in allen alltäglichen Belangen unseres Lebens. Und dies ist eine von den vielen Herausforderungen die auf Auswanderer zukommen und die gemeistert werden müssen, wenn man nicht schon nach ein paar Wochen scheitern will. Für viele Auswanderer beginnt eine Erfolgsgeschichte, und leider müssen auch immer wieder einige ihre Zelte im Ausland wieder abbrechen. Zu groß vor allem die finanziellen Hindernisse, aber auch Sprachprobleme, kulturelle Unterschiede an die man sich trotz aller Bemühungen doch nicht anpassen konnte, oder einfach nur nicht enden wollendes Heimweh. Gründe für eine Rückkehr gibt es viele. All dies kann den großen Traum vom neuen Leben zunichte machen.

Ich persönlich habe schon oft an eine Auswanderung gedacht, aber ich weiß, meine Familie würde es niemals mitmachen. Und alleine zurücklassen werde ich sie nicht. Wohin ich gehen würde, weiß ich nicht auf Anhieb zu sagen. Es kämen so einige Länder in Betracht, aber wie gesagt, im Moment ist es keine Option für mich. Ich bin auch ein sehr vorsichtiger Mensch, der nicht gerne Entscheidungen aus dem Bauch heraus trifft. Ich muss mich schon sicher fühlen können wenn ich mich zu etwas entschließen soll. Meine Verwandten in Australien haben mich schon oft dazu angeregt, ebenfalls dorthin zu ziehen, aber die riesige Entfernung zwischen mir und Deutschland ist ein immenser Hinderungsgrund. Ich würde mich eher für ein Nachbarland in Europa entscheiden, aber in ruhiger ländlicher Umgebung und in meinem eigenen Haus. Bis das vielleicht mal spruchreif sein wird, halte ich die Stellung in meiner Heimat und beobachte die politischen Entwicklungen, auch wenn ich mehr und mehr das Gefühl bekomme, dass die Auswanderer doch das Richtige tun.
In diesem Sinne, eine erfolgreiche neue Woche
Eure Marion Herzogin von Meranien ♛
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