Wenn ich an Berlin denke, dann denke ich zuallererst mal an das Berlin wie es vor langer Zeit einmal war. An das Berlin der Gründerzeit, der Zeitraum vom Beginn der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg, als viele der Altbauhäuser errichtet wurden, deren Fassaden das Bild der Stadt prägten und die heute sündhaft teure Wohnungen und Büros beherbergen. Vor allem Influencer aus dem Bereich Wohnen und Lifestyle lieben den eleganten Charme der großzügigen Räumlichkeiten mit Flügeltüren und Stuckdecken. Ich denke an das Berlin der Zwanziger Jahre, die Künstlerszene für die die Stadt damals berühmt war. Swing und Charleston, die Tänze die man damals in den Nachtclubs der deutschen Hauptstadt aufs Parkett legte. Die Boheme - wie man die mondäne Gesellschaft nannte - veranstaltete rauschende Feste und Partys. Zwielichtige Gestalten, Varietégirls und Dandys waren die Helden der Nacht. Das Berlin der Zwanziger ist mir persönlich am sympathischsten, diese Zeit spiegelt für mich irgendwie auch den ganz eigenen Geist der Stadt wider, den es leider heute so nicht mehr gibt. Aber dazu später mehr. Es war eine Zeit, die geprägt war von Aufbruchstimmung, künstlerischer Freiheit und politischen Unruhen. All dies beherrscht die Stadt bis heute.
Berlin befand sich stets im Umbruch. Vom Aufstieg Preußens und der Gründung des Deutschen Reiches bis zu Mauerbau und Wiedervereinigung. Berlin war stets die Schicksalswaage des Landes. Überall in der Stadt findet man bis heute die Spuren der Geschichte. Eine Berlinreise kann also auch eine interessante und spannende Zeitreise sein; vorausgesetzt man kennt die richtigen Orte. Zahllose Museen und Sammlungen nehmen den Besucher mit auf einen Streifzug durch die wechselvolle Geschichte der Stadt. Politisch gesehen nahm Berlin immer eine bedeutende Position ein. Gedenkstätten und Mahnmale erinnern an die Zeit des Nationalsozialismus und Holocaust. Gerade jetzt da der Antisemitismus auch in Deutschland wieder zunimmt, wird es immer wichtiger an die Gräuel jener Jahre zu erinnern.
Der Fall der Mauer am 9. November 1989 hat das Gesicht der Stadt ebenso verändert wie ihr Bau im Jahr 1961. Von da an begann die Stadt ihr vertrautes Antlitz wieder und wieder zu wandeln, bis sie langsam und allmählich einem kompletten "Makeover" unterzogen wurde. Das Ergebnis dürfen ( oder müssen ) wir heute "bewundern." Die Veränderungen die die Stadt durchziehen wie ein Lindwurm des Grauens, sind mehr als deutlich. Aus der einstigen Vorzeigehauptstadt wurde ein Moloch bestehend aus den achtlos weggeworfenen Resten der Überflussgesellschaft, dunklen Gestalten mit noch dunkleren Absichten, und den für Großstädte typischen bunten Vögeln die in schrillen Klamotten und mehr oder weniger bekifft, versuchen ihrem tristen Leben ein wenig Farbe und Bedeutung zu verleihen.
Verrückte Leute findet man in allen Großstädten rund um die Welt, das alleine ist noch kein Grund die Stadt mit einem Stirnrunzeln zu betrachten. Wäre da nicht die zunehmende Verkommenheit und Endzeitstimmung die sich in vielen Teilen Berlins ausgebreitet hat. Obdachlosigkeit, Drogenmissbrauch und Hoffnungslosigkeit bis hin zur völligen Verwahrlosung haben im Gesicht unserer Hauptstadt tiefe Narben hinterlassen. Auch das Thema Zuwanderung gehört aufs Tablett wenn von Berlin die Rede ist. Der Anteil der "Ureinwohner" der Stadt schrumpft stetig. Massenmigration vor allem in die Hauptstadt verursacht einen Großteil der Probleme mit denen sich die Stadt und ihre Bewohner konfrontiert sehen. Illegaler Drogenverkauf, Kriminalität und Anarchie sind besorgniserregende Begleiterscheinungen einer Politik der weitoffenen Grenzen. Der Senat, die Berliner Stadtregierung schaut nur allzu gerne weg wenn es um die schwierigen Sachverhalte in Punkto Zuwanderung und Integration geht. Man lässt alles zu und kümmert sich nicht weiter darum. Folglich kann eine Fahrt in der Berliner U-Bahn bereits ein erhebliches Risiko für Leib und Leben bedeuten. Das Stichwort Messerkriminalität taucht hier öfter auf als anderswo, und so gehört eine große Portion Mut und Selbstaufgabe dazu sich per öffentlichen Verkehrsmitteln von A nach B zu begeben.
Meine Gedanken gehen hier zurück in das Berlin der "Golden Twenties" als es höchstwahrscheinlich noch kein solches Risiko darstellte die "Öffis" zu benutzen. Der Görlitzer Park ist ein Schwerpunkt der Drogenkriminalität. Dealer und ihre Kunden treffen sich dort um dunkle Geschäfte abzuwickeln. Für den einfachen Spaziergänger ist der Park nicht mehr der entspannte Ruheort im Grünen. Sexuelle Belästigungen und Übergriffe, Schlägereien und Messerstechereien gehören hier zum Alltag. Die Polizei schaut kurz vorbei, hebt den Zeigefinger und gut ist. Berlin ist zu einem Paradies für Kriminelle aus aller Welt geworden. Doch nicht nur die Massenmigration hat negativen Einfluss auf die Stadt. Auch der woke Lifestyle kratzt am Image Berlins. Die Identitätspolitik der linksgrünen Fraktion treibt hier wohl die krassesten Blüten und weil die meisten Menschen Humor haben, fangen sich die woken Berliner gerne den einen oder anderen Lacher ein für ihren seltsamen Lebensstil. Freilich, wer hier Kritik übt der findet flugs in der rechten Ecke wieder, aber das ist ja nichts Neues mehr. Kritik ist grundsätzlich rechts, zumindest nach der Logik der Linksgrünen.
Normal ist hier fast nichts mehr. Woke sein bedeutet in Berlin tatsächlich völlig verrückt zu sein. Diversität ist hier genauso grenzenlos wie die Migration, und hat vor allem an den Universitäten ein Stadium des beginnenden Wahnsinns erreicht. Der echte woke Berliner weiß, dass es mindestens 250 Geschlechter gibt, und dass die Verwendung von Gendersternchen hochheilige Pflicht ist. Diese Art Lifestyle ist gottlob noch nicht überall Normalität und bleibt hoffentlich auch auf die kirmesbunten Winkel unserer Gesellschaft beschränkt. Politische Unruhen für die Berlin bereits in den Zwanziger und Dreißiger Jahren bekannt war, erleben wir auch dieser Tage. Leider sind es keine gewöhnlichen Volksbegehren, sondern Demos von radikalen und gewaltbereiten Linken, die zunehmend mit antisemitischen Parolen und offenem Judenhass auffallen. Daneben skandieren Demonstranten aus dem migrantischen Milieu ihre verbotenen Schlachtrufe für ein Kalifat und Leben nach islamischem Rechtsverständnis. All dies vor den offenbar bereits verschleierten Augen der Politik.
Man kann es nicht wegdiskutieren, dass unser gutes altes Berlin ein neues Gesicht bekommen hat. Eines das gewiss nicht jedem von uns gut gefällt. Aber vielleicht ist es wirklich so, dass sich die Hauptstadt in einem stetigen Umbruch befindet. Folglich wird sich dieser Prozess fortsetzen. Aber wir müssen die Dinge die dort auf gewissem Gebiet ablaufen im Auge behalten. Damit unsere Freiheit und Demokratie nicht zunehmend unterwandert und schließlich getilgt werden. Auch wenn es das Berlin von damals nicht mehr gibt, es bleiben die Ecken und Plätze der Stadt, in denen der Atem der Geschichte von "Alt Berlin" noch nicht ausgehaucht ist. Man muss sie nur zu finden wissen.
In diesem Sinne, euch allen einen guten Start in die neue Woche
Eure Marion Herzogin von Meranien ♛
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